Rückschau auf das  

9. BUILDAIR-Symposium am 8. und 9.Mai 2015 im RAMADA Hotel Kassel City Centre

Erfahrungen aus der Praxis und viele Aha-Effekte

  

Rund 135 Fachleute für Luftdichtheit, Lüftung und Thermografie trafen sich am 8. und 9. Mai in Kassel zum 9. Internationalen Buildair-Symposium. Wie bei der Leittagung der Branche üblich, vermittelte das Vortragsprogramm vor allem Erfahrungen aus der Praxis für die Praxis. Ergänzend zeigte die begleitende Fachausstellung neue und bewährte Produkte sowie Leistungen für die luftdichte Gebäudehülle. Ein herzliches Dankeschön der Veranstalter gilt den Sponsoren BlowerDoor und proclima Moll bauökologische Produkte, ohne deren Unterstützung die Veranstaltung so nicht hätte stattfinden können.

Mit Spannung erwartet hatten Veranstalter wie Teilnehmer die Vorträge zur Bewertung von Leckagen. Robert Borsch-Laaks stellte ausgehend von den bauphysikalischen Grundlagen die praktischen Konsequenzen für Planung und Ausführung der Konstruktion und die korrekte Diagnose bei Schadensfällen durch Leckagen dar – auf die Strömungsrichtung kommt es an. Einen Aha-Effekt lieferte der Vortrag von Ralf Spilker. Er berichtete über eine Untersuchung, die zutage förderte, dass die in Deutschland weit verbreiteten Flachdachkonstruktionen aus Holz ohne Unterlüftung der Abdichtungsbahn trotz einer variablen Dampfbremse nicht so fehlertolerant hinsichtlich Leckagen ist, wie erhofft. Den Themenblock abgerundet hat Klaus Vogel mit seinem Bericht über den aktuellen Stand des FLiB-Projektes, dass allen Bauschaffenden ein einheitliches Bewertungsschema für Leckagen und Handlungsempfehlungen für den Umgang damit an die Hand geben will. Das Fehlen nachvollziehbarer Kriterien führt derzeit immer wieder zu juristischen Auseinandersetzungen. Rechtsanwalt Ulf Köpcke erläuterte in leicht verständlichen Formulierungen die Unterschiede zwischen technischer und juristischer Sichtweise. Dass das Thema Leckagenbewertung den Nerv der Teilnehmer getroffen hat, zeigte die abschließende 90-minütige Podiumsdiskussion.

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Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Qualitätssicherung bei der Planung und Ausführung der luftdichten Gebäudehülle. Helmut Schuler erläuterte, wie künftige Facharbeiter und Meister während der praktischen Ausbildung für das Thema sensibilisert werden und stellte Lösungen für Details vor, die über die Vorgaben der DIN 4108-7 hinausgehen. Oliver Solcher berichtete über die gemeinsame Entwicklung eines Leitfadens für die Planung der Gebäudeluftdichtheit durch den FLiB und die KfW. Søren Peper zeigte an mehreren Beispielen, dass sich der Passivhaus-Standard anders als von vielen erwartet auch bei Sanierungen erreichen lässt. Der Vortrag von Thomas Runzheimer zeigte anhand zahlreicher Detaillösungen, dass sich bei Dachgeschosssanierungen von innen trotz vieler baupraktischer Schwierigkeiten sehr gute Ergebnisse bezüglich der Luftdichtheit erzielen lassen. Torsten Bolender stellte den aktuellen Stand bei der Erarbeitung der Norm zu „Mindestanforderungen für die Dauerhaftigkeit von Klebeverbindungen mit Klebebändern und Klebemassen zur Herstellung von luftdichten Schichten“ vor.

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Im letzten Block berichtete Katrien Maroy von der Universität Gent über Laboruntersuchungen, bei denen ein Zusammenhang zwischen der mittels IR-Thermografie gemessenen Oberflächentemperatur und den Luftvolumenströmen aus Drucktests gefunden wurde. Anschließend erläuterte Jiří Novak aus Prag, dass die regelkonforme Ausführung von Luftdichtheitstests auch durch Reproduzierbarkeitsexperimente, sogenannte Ringmessungen, garantiert werden kann. Die Ergebnisse der Messung von Leckageströmen großer Gebäude unter Schutzdruck, über die Andreas Kaschuba-Holtgrave berichtete, lieferten eine Systematik mit einer Häufung an Dach- und Grundflächen und legen eine Überarbeitung des pauschalen Infiltrationsansatzes nahe. Was genau unter der Kalibrierung der Luftdichtheits-Messgeräte zu verstehen ist und wie die Messeinrichtungen der Kalibrierlabore zu überprüfen sind, darüber informierte Paul Simons.

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Das Buildair-Symposium versteht sich als Plattform für die internationale Zusammenarbeit. Dazu gehört auch, dass Referenten aus anderen europäischen Staaten berichten, wie in ihren Ländern die Vorgaben der EU in Landesrecht umgesetzt werden und wie die Prüfung der Luftdichtheit erfolgt. Sowohl in den Vorträgen als auch in den sich anschließenden Diskussionen wurde klar, dass die Vorgehensweise und der erreichte Stand durchaus differieren und es viele hochinteressante Ansätze gibt. Alle Redner begrüßten die Chance, sich auf der Tagung mit Fach-Kollegen aus anderen Ländern austauschen zu können.

Wer nicht am Buildair-Symposium 2015 teilnehmen konnte, aber dennoch gern Informationen zu den Themen hätte, der kann die Tagungsunterlagen (Tagungsband mit Kurzfassungen aller Vorträge in Deutsch und Englisch sowie CD mit den Vollversionen in Originalsprache) zum Preis von 35 Euro erwerben.

 

Weitere Stimmen zum 9. Buildair-Symposium 

Bericht auf Bauen im Bestand: Wie undicht ist dicht genug?

Rückblick proclima Moll: TV-Interviews zu BlowerDoor-Großmessungen, zum neuen Beiblatt der DIN EN 13829 und zur Hilfe bei Verklebungsdetails


 

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